Große Mode! Der Hoodie als Gegenstück zur Skinny Jeanse!

Über Geschmack kann man bekanntlich nicht streiten und außerdem sind die Dinge ja relativ. Diese Weisheit Albert Einsteins trifft nun auch für die Mode zu, in nie dagewesener Weise!


Eigentlich hat der Kapuzenpullover eine gewisse Resistenz gegen Mode. Zumindest gegen allzu drastische Veränderungen. Zwar gibt es auch bei ihm Trends. Die betreffen aber eher Details. So sind für die Kapuze mal breite Bänder angesagt, mal eher runde Kordeln. Und natürlich ließe sich auch die Farbmode auf ihn anwenden. Nur die typische Hoodie-Kundschaft hechelt solchen Entwicklungen nicht sonderlich hinterher. Bei T-Shirts spielen Farben eine wesentlich größere Rolle. Und dennoch ist der Kapuzi nun unschuldig in eine ziemlich extreme Mode geraten. Glücklicherweise aber ohne, dass er Veränderungen an seiner Form erleiden muss!

Sandgestrahlte Jeans

Im Gegensatz zum Hoodie haben sich beispielsweise Hosen in den Dekaden weit mehr verändert. So in den 1970ern, als Kapuzenpullis als Straßenmode aufkamen. Damals waren gerade Schlaghosen en vougue. Also Hosen, mit nach unten breiter werdenden Beinen. In den 80ern löste dann eine ausgeprägte Karottenform die Schlaghose ab. Da war der Schnitte genau andersherum. Während die Beine unten eng waren, blähte sich der Stoff unterm Gürtel nicht selten skurril auf. Danach, in den 90gern, wurden die Beinformen wieder Röhre. Also so, wie man es bei Jeans klassisch nennen könnte. Seinerzeit konnte es allerdings nicht klassisch genug sein. Plötzlich musste nicht nur der Schnitt wie früher sein, sondern die Hosen auch so abgenutzt aussehen, als stammten sie original noch aus Ära ihrer Erfindung.

Schon in den 1980ern war es moden, dass Jeans-Hosen wie ausgewaschen wirkten. Auch bewusst aufgerissene Stellen galten als chick. In den 90ern trieb der Crunch-Stil die Sache dann auf die Spitze. Partiell Sandgestrahlte Stoffe wiesen Farbunterschiede auf, als wären man mit den Dingern Jahrzehnte lang auf Knien durchs Leben gerutscht. Ganz zu schweigen von Löchern, aufgetrennten Nähten, aufgeriebenen Umschlägen, Säume und Rändern. Diese Mode schaffte es dann auch bis ins neue Jahrtausend, wobei die Ausprägung der bewussten Beschädigungen mit der Zeit etwas nachließ. Aufgerissener Stoffe verlor an Popularität und schließlich etablierte sich ein weiteres Teil aus der Arbeitswelt in der Straßenmode, die Cargo-Hose. Zu all diesen Trends gesellte sich stets der Kapuzenpullover hinzu, ohne irgendwie modisch in die Übertreibungen einzustimmen.

Oversized Hoodie 'Star Without Stripes'

Doch neuerdings wird auch der Hoodie mit vergewaltigt. Um das zu verstehen, müssen wir aber erste einmal wieder zurück zur Hose. Wer sich eine Jeans kauft, der kann, neben den bekannten Schnitten wie Regular oder Slim Fit, sich neuerdings auch für Skinny Fit entscheiden. Übersetzt man Skinny, kommt man etwa bei Begriffen wie dürr, mager oder nur noch Haut und Knochen heraus. Stand bis lang Slim Fit für eng anliegend, treibt die Skinny-Mode die Sache nun bis ins Extrem! Dank Stretch-Stoff kann die Röhre noch schmaler ausfallen. Müssen sich bereits die Waden durchs Gewebe kämpfen, klebt der Stoff dann an den Oberschenkeln erst richtig - wie bei einer Leggins. Und was hat das nun mit den Kapuzenpulli zu tun? Ganz einfach, der wird fürs gegenteilige Extrem bemüht.

Demnach soll zur bewusst knappen Hose ein extra weites Oberteil getragen werden - und hier ist der Hoodie gerade angesagt! Zumindest zeigen diverse Fashion-Magzine eben diese Mode. Dabei lässt sich der Stil relativ leicht realisieren. Muss doch die Ware einfach nur zwei Nummern größer genommen werden, als jene, die tatsächlich passen würde. Wer normalerweise die M hat, hätte demnach mindestens in eine XL zu schlüpfen. Um besonders modisch zu sein, kann man aber auch zur XXL greifen!

Der Hoodie ist also groß in Mode. Natürlich ergeben sich so ein paar Nachteile. Aus irgendwelchen Gründen war man nämlich früher mal auf de Idee gekommen, dass die Klamotten zu den Körpermaßen passen müssen. Und das nicht nur wegen des Styles. So fand man unter anderem heraus, dass bei 15 Zentimeter zu lagen Ärmeln die Hände gar nicht mehr rausgucken. Und weil mancher nur ganz schwer auf diese verzichten konnte, wurden die Ärmel eben nur so lange geschnitten, wie die Arme waren. Genau das jedoch ist nun unmodisch. Da kommt es doch schon sehr zu passe, dass es elastische Bündchen gibt. Dank dieser nämlich haben die Hände doch noch eine Chance, ans Tageslicht zu kommen. Wenn sich auch der überschüssige Stoff oberhalb der Handgelenke bedenklich auftürmt.

Mode dient bekanntlich auch dazu, den Umsatz anzukurbeln. Und dagegen wird Hoodywood - außer vielleicht, dass die Kombination aus zu enger Hose und zweitem Pulli scheiße aussieht - nichts einzuwenden haben. Unsere Kapuzenpullover jedenfalls gibt es üblicherweise bis XXL, womit der Nachschub für Modefans gesichert sein dürfte!