Raus mit der Kordel! Macht es Sinn seinen Hoodie zu amputieren?

Trends müssen nicht immer praktisch sein. Oft sind Moden auch Statements gegen das Herkömmliche. Einst erfüllte auch der Kapuzenpullover diese Funktion. Ursprünglich ein Stück Arbeitsbekleidung, wurde er als Gegenentwurf zum Glamour der Popkultur in den 70iger von Hip Hoppern zur Street Wear umfunktioniert. Nur wenig später ersetzte er die altmodische Trainingsjacke bei moderneren Sportarten wie Skateboarding. Doch all das bewahrt ihn nicht davor, dass es ihm heute selber an den Kragen geht. Oder besser, an die Kapuze!

Ein Trend ist es nämlich, die Kordel zu entfernen. Dabei gibt es die nicht ohne Grund. Fahrradfahrer wissen die Schnüre zu schätzen. Denn schon bei leichtem Wind wirkt die Kapuze wie ein Segel. Als Windkollektor sammelt sie kalte Luft und lenkt sie auf den Rücken um. Das ist nicht sonderlich angenehm und man ist froh, den Luftkanal dank der Kordeln abdichten zu können. Bei noch größeren Windstärken verhindert dies zudem, dass es die Kapuze vom Kopf reißt.

Ehrlicherweise muss man allerdings feststellen, dass so eine festgeschnürte Haube optisch nicht sonderlich locker rüber kommt. Und so mancher gerät gar nicht erst in die Situation, an den Schnüren ziehen zu müssen. Was liegt da näher, als die Dinger zu entfernen? Sich des überflüssigen Ballasts zu entledigen, demonstrativ das Risiko einzugehen, dass es einen doch mal die Haube vom Schädel reißt. Aber so philosophisch sollte die Sache vermutlich gar nicht angegangen werden. Die meisten, die die Kordeln herausziehen, tun das, weil es irgendwie Mode ist. Nicht weil sie sich sonst am Gewicht tot schleppen würden. Vielleicht stören die Dinger aber auch nur. Deswegen stecken sie andere einfach in den Ausschnitt und das Problem ist beseitigt.

Letztlich ist es eine Geschmackssache. Die einen bevorzugen den Purismus und entfernen sie. Weniger ist mehr. Andere dagegen wissen es gerade zu schätzen, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.