Reine Importware? Der Hoodie in der DDR!

Der Sozialismus scheint vielen eine freudlose Zeit. Zumindest blieben in Sachen Mode viele Wünsche offen. Auch Kapuzenpullover gab es im deutschen Osten offenbar nicht. Doch warum verweigerten die Genossen dem Hoodie eine Karriere im Arbeiter- und Bauernstaat?


Kapuzenpullover mit DDR-Logo

Während etwa in der Mikroelektronik der Westen einen technologischen Vorsprung hatte, zählte die DDR im Textilbereich zu den leistunsgfähigsten Exporteuren, insbesondere auch wegen niedriger Preise. An einen Pullover noch Kapuze und Bauchtasche anzunähen, wäre totzallem für die ostdeutschen Betriebe keine sonderlich schwierige Übung gewesen.

Recherchen und zahlreiche Zeitzeugen bestätigten dennoch, dass es in den Läden keine Kapuzenpullis gab. Und so stellt sich die Frage, warum eigentlich nicht, wenn es nicht am Know How gelegen haben kann.

Was westliche Trends anbelangte, so viel kann man sagen, waren die Genossen der führen Einheitspartei SED nicht sonderlich begeisterungsfähig. Ökonomisch fokussierte der Sozialismus rein darauf, materielle Bedürfnisse zu befriedigen. Im Westen ging es aber auch darum, neue zu wecken. Und in Sachen Bekleidung geschah das vor allem über Trends. Werbung pries die neuste Mode an und die schwappte dann vornehmlich übers TV nach drüben. Hier weckte sie aber Begehrlichkeiten, auf die Ost-Wirtschaft nicht eingestellt war. Auch wenn die Aufwendungen nicht einmal sonderlich gravierend gewesen wären.

Andere Farben, neue Muster oder Schnitte hätten die Ressourcen kaum belastet. Eher schon der Umstand, dass die Produktionskapazitäten begrenzt waren. Denn vorzugsweise wurde für den Westen produziert, um den Bedarf an Devisen zu decken. Die Produktion für die eignen Läden kam so zu kurz. Ein trendiges Teil wie der Hoodie hatte da offenbar schlechte Karten. Er gehörte nicht zur Grundversorgung, die die Bevölkerung erwarteten durfte. Ein normaler Pullover musste im Arbeiter- und Bauernstaat reichen.

Hoodie mir DDR-Emblem

Nicht auszuschließen ist auch, dass die Machthaber den Hoodie aus politischen Gründen verschmähten. War der doch eine Erfindung aus den USA, dem verhassten Klassenfeind! Schon Jahre zuvor versuchten die Genossen mit der selben ideologischen Boniertheit, die Jeanshose zu verbannen. Erfreulicherweise erwies sich das Unterfangen als aussichtslos. Und schließlich stieg die einheimische Produktion von Jeans gar zu einer der größten der Welt auf.

Andererseits waren Kapuzenpullover in den 1980ern als Freizeitbekleidung vergleichsweise neu und so hatte er möglicherweise nur noch ein paar Jahre vor sich, um von der staatliche Planung berücksichtigt zu werden. Denn damals machte man im Osten 5-Jahr-Pläne, die natürlich flexiblen Anpassungen an westliche Trends etwas im Wege standen, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken.

Vielleicht sind wir bei unseren Recherchen und Befragungen aber auch nur noch nicht fündig geworden und irgendwer hat in der DDR doch Kapuzenpullover produziert, die es dann vielleicht nur nicht bis in die Regale geschafft haben. Sollte jemand wissen, von welchem Betrieb doch welche für den heimischen Markt hergestellt wurde, freuen wir uns über einen Hinweis.

Hoodies mit DDR-Logo befinden sich nicht im regulären Hoodywood-Sortiment, können aber auf Anfrage wie gezeigt beschafft werden. Bei Interesse einfach via mail@hoodywood.de anfragen.